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"Alltag Krieg Zwangsarbeit"

Eine Sonderausstellung im Rahmen des Projekts "Dorf unterm Hakenkreuz" der Arbeitsgemeinschaft der regionalen Freilichtmuseen in Baden-Württemberg.

 

 

Zehntscheuer Gessenried, ab 21. März 2010

Über die großen Ereignisse der Jahre 1933 bis 1945 ist viel geschrieben und gesprochen worden, und doch bleibt der Blick auf das Leben der Menschen vor Ort weiterhin eine wichtige Aufgabe. Wie funktionierte die Diktatur auf dem Land? Wie erlebten die Menschen den dörflichen Alltag von 1933 bis 1945? Wer profitierte, wer wurde zum Opfer?

Diesen und anderen Fragen geht die gemeinschaftliche Ausstellungsreihe „Dorf unterm Hakenkreuz“ nach. Sieben Ausstellungen zu sieben wichtigen Themen – dabei zeichnen die sieben am Projekt beteiligten Freilichtmuseen für ihre jeweilige Region gleichzeitig ein klares Bild der Lebenssituation im NS-Staat.

Das inhaltliche Spektrum reicht vom Reichsnährstand und der nationalsozialistischen Propaganda über Schule und Erziehung, die Rolle der Frauen bis zur Zwangsarbeit und Kriegsfolgen- und erfahrungen. Im Ergebnis entstehen sieben unterschiedliche und doch aufeinander bezogene und sich ergänzende Ausstellungen. Politik, Sozialstruktur, Kultur und Wirtschaft werden bedacht, ohne dass der Anspruch erhoben werden soll, ein vollständiges Gesamtbild zu zeigen

 

Ausstellung im Bauernhaus-Museum Wolfegg:

"Krieg Alltag Zwangsarbeit"

Die Einzelausstellung „Krieg Alltag Zwangsarbeit“ des Bauernhaus-Museums innerhalb des Gemeinschaftsprojekts zeichnet anhand von Exponaten und Dokumenten das Alltagsleben der ländlichen Bevölkerung Oberschwabens und des westlichen Allgäus in den Jahren der  nationalsozialistischen Diktatur und des zweiten Weltkrieges nach. Als Schwerpunkt dokumentiert sie dabei die Verschleppung, den „Arbeitseinsatz“ und den Alltag von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen in der Landwirtschaft.

Die Ausstellung wird im Obergeschoß des Eingangsgebäudes Zehntscheuer Gessenried gezeigt. In den Häusern auf dem Museumsgelände finden die Besucher zusätzliche Informationseinheiten über einzelne Aspekte der Haus- und Bewohnergeschichte im Zeitraum 1933 bis 1945.

               
Zwangsarbeiter aus den besetzten Gebieten der Sowjetunion,
die in der Landwirtschaft der Region Ravensburg eingesetzt wurden.

Bildquelle: Gemeindearchiv Schlier

Museumspädagogische Angebote für Schulklassen und ein Begleitprogramm mit Vorträgen, Lesungen und Filmvorführungen runden das Projekt ab.

 Ausstellungskatalog

Zur Ausstellungsreihe „Dorf unterm Hakenkreuz“ wird eine Begleitpublikation erscheinen, welche die Ausstellungsthemen der beteiligten Museen in einzelnen Beiträgen aufgreift. Das breite Themenspektrum der Publikation wird ergänzt durch Beiträge beispielsweise über das Schicksal und Verfolgung der Juden im ländlichen Raum nach 1933 oder die nationalsozialistische Agrarpolitik.

Die Begleitpublikation ist nach der Ausstellungseröffnung im Museumsladen erhältlich.

Das Projekt "Dorf unterm Hakenkreuz"
wird gefördert durch die

Landesstiftung Baden-Württemberg und die

Landesstelle für Museumsbetreuung
Baden-Württemberg.

 

 

Mehr zum Thema "Dorf unterm Hakenkreuz" erfahren Sie hier...

 

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Backhaus aus Bergatreute im Bauernhaus-Museum. Das OG diente während des 2. Weltkriegs als Sammellager für Kriegsgefangene.

Bildquelle: BHM Wolfegg

 


Gruppenbild aller französischen und belgischen Kriegsgefangenen, die in der Gemeinde Karsee untergebracht waren.

Bildquelle: Privatbesitz

 


"Knechtkammer" im OG des Haus Häusing im Bauernhaus-Museum. Dort war der Zwangsarbeiter Josef Stafiniak untergebracht.

Bildquelle: BHM Wolfegg