Ausstellungen

 

S on d e r a u s s t e l l u n g

 

Hof Reisch, ab 29. März 2009:

Im Spitzbubenland
- Räuberbanden um 1800 in Schwaben -

Um 1800 versetzten berühmt-berüchtigte Räuberbanden wie die des
„Schwarzen Veri“oder des „Schleiferstoni“ die süddeutsche Bevölkerung in Angst und Schrecken. Wegen ihrer gesetzlosen und scheinbar unabhängigen Lebensweise riefen diese Räuberbanden aber insgeheim auch Bewunderung hervor.

In unserer Ausstellung entführen wir Sie in das "Spitzbubenland", wie das süddeutsche Gebiet in der Gaunersprache auch genannt wurde. Sie erhalten Einblicke in die Zeit vom 18. bis Mitte des 19. Jh., der „Hoch-Zeit“ der Räuberbanden. Wir beschreiben soziale und territoriale Voraussetzungen für das Entstehen von Räuberbanden, die Gaunersprache und Kleidung der Räuber, die Rolle der Frauen in den Banden oder den „Räuberalltag“ im Wald, im Lager und in den Wirtshäusern.

Die Konzeption und Gestaltung der Ausstellung erfolgte durch das Ausstellungsbüro IKU Mück & Beitler aus Tübingen. 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

D a u e r a u s s t e l l u n g e n

 

Haus Winnenden

"MEISTERHAFT - Handwerker auf dem Land"

Wagner, Schuster, Schmied und Schneider - vor einhundert Jahren gehörten die Landhandwerker und ihre Werkstätten noch ganz selbstverständlich zum Dorfleben. In unserem neu gestalteten Haus Winnenden haben die alten Dorfhandwerke nun wieder einen Platz gefunden: Wir stellen die einstige Vielfalt des dörf-
lichen Handwerks und seiner Erzeugnisse in Oberschwaben vor und geben Einblicke in das Alltagsleben der Landhandwerker und ihrer Familien.

In zwei originalgetreu eingerichteten Werkstätten, einer Wagnerei und einer Dorfschuhmacherei entführen entdecken Sie eine heute verschwundene Welt.



  

           

Haus Häusing

Kriegs- und Nachkriegsjahre in Oberschwaben

 

Haus Andrinet

Flachsanbau und Leinwandproduktion im Allgäu

 

Fischerhaus

Landwirtschaft im Klassenzimmer
- Die höhere Ausbildung angehender Bauern und Bäuerinnen in den Landwirtschaftsschulen -

 

Schopf Flunau

Dorfkäserei und Milchwirtschaft

 

 

 

A u s b l i c k

 

 

Zehntscheuer Gessenried, ab 29. März 2009

"Dorf unterm Hakenkreuz" Ausstellungsreihe der Arbeitsgemeinschaft der regionalen Freilichtmuseen in Baden-Württemberg.

Anlässlich des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren zeigt die Arbeitsgemeinschaft der regionalen Freilichtmuseen Baden-Württembergs im Jahr 2009 die Ausstellungsreihe „Dorf unterm Hakenkreuz“  über die Zeit der nationalsozialistischen Diktatur und des Zweiten Weltkriegs im ländlichen Südwesten.

Über die großen Ereignisse dieses Abschnitts deutscher Geschichte ist viel geschrieben und gesprochen worden, und doch bleibt der Blick auf das Leben der Menschen vor Ort weiterhin eine wichtige Aufgabe. Wie funktionierte die Diktatur auf dem Land? Wie erlebten die Menschen den dörflichen Alltag von 1933 bis 1945? Wer profitierte, wer wurde zum Opfer?

Diesen und anderen Fragen geht die gemeinschaftliche Ausstellungsreihe „Dorf unterm Hakenkreuz“ nach. Sieben Ausstellungen zu sieben wichtigen Themen – dabei zeichnen die sieben am Projekt beteiligten Freilichtmuseen für ihre jeweilige Region gleichzeitig ein klares Bild der Lebenssituation im NS-Staat.

Das inhaltliche Spektrum reicht vom Reichsnährstand und der nationalsozialistischen Propaganda über Schule und Erziehung, die Rolle der Frauen bis zur Zwangsarbeit und Kriegsfolgen- und erfahrungen. Im Ergebnis entstehen sieben unterschiedliche und doch aufeinander bezogene und sich ergänzende Ausstellungen. Politik, Sozialstruktur, Kultur und Wirtschaft werden bedacht, ohne dass der Anspruch erhoben werden soll, ein vollständiges Gesamtbild zu zeigen

 

Ausstellung im Bauernhaus-Museum Wolfegg:

"Krieg Alltag Zwangsarbeit"

Die Einzelausstellung „Krieg Alltag Zwangsarbeit“ des Bauernhaus-Museums innerhalb des Gemeinschaftsprojekts zeichnet anhand von Exponaten und Dokumenten das Alltagsleben der ländlichen Bevölkerung Oberschwabens und des westlichen Allgäus in den Jahren der  nationalsozialistischen Diktatur und des zweiten Weltkrieges nach. Als Schwerpunkt dokumentiert sie dabei die Verschleppung, den „Arbeitseinsatz“ und den Alltag von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen in der Landwirtschaft.

Die Ausstellung wird im Obergeschoß des Eingangsgebäudes Zehntscheuer Gessenried gezeigt. In den Häusern auf dem Museumsgelände finden die Besucher zusätzliche Informationseinheiten über einzelne Aspekte der Haus- und Bewohnergeschichte im Zeitraum 1933 bis 1945.

               
Zwangsarbeiter aus den besetzten Gebieten der Sowjetunion,
die in der Landwirtschaft der Region Ravensburg eingesetzt wurden.

Bildquelle: Gemeindearchiv Schlier

Museumspädagogische Angebote für Schulklassen und ein Begleitprogramm mit Vorträgen, Lesungen und Filmvorführungen runden das Projekt ab.

 Ausstellungskatalog

Zur Ausstellungsreihe „Dorf unterm Hakenkreuz“ wird eine Begleitpublikation erscheinen, welche die Ausstellungsthemen der beteiligten Museen in einzelnen Beiträgen aufgreift. Das breite Themenspektrum der Publikation wird ergänzt durch Beiträge beispielsweise über das Schicksal und Verfolgung der Juden im ländlichen Raum nach 1933 oder die nationalsozialistische Agrarpolitik.

Die Begleitpublikation ist nach der Ausstellungseröffnung im Museumsladen erhältlich.

Das Projekt "Dorf unterm Hakenkreuz"
wird gefördert durch die
Landesstiftung Baden-Württemberg und die

Landesstelle für Museumsbetreuung
Baden-Württemberg.

 

 

 

 

 

 

 

ab März 2012

"Die Schwabenkinder"
Grenzüberschreitendes Projekt des
Bauernhaus-Museums Wolfegg
 

Das Bauernhaus-Museum Wolfegg begibt
sich zusammen mit Museen in Deutschland,
Österreich, der Schweiz und Südtirol auf die
Spuren der ehemaligen Hütekinder[1] und
plant in einem grenzüberschreitenden
Interreg IV-Projekt Ausstellungen und einen
Wanderweg zum Thema Schwabenkinder.

Das Projekt „Der Weg der Schwabenkinder“ – die Eröffnung ist für das Jahr 2011 geplant – verbindet Museen in vier Ländern miteinander: die Herkunftsgebiete in den Alpen mit dem ehemaligen Arbeitsplatz der Kinder in Oberschwaben. Partner des Projektes sind die Museen und Stadtarchive in Ravensburg, Friedrichshafen, Bregenz, Dornbirn, Schwarzenberg, Lech, St. Anton, Wald, Schruns, Landeck, Galtür, Schluderns, Vals, Ilanz, Savognin und Chur. Dort erzählen kleine und größere Dauerausstellungen verschiedene Aspekte der Schwabenkindergeschichte: Weshalb beispielsweise waren es gerade die Kinder, die aus der Heimat fort mussten oder wie kamen sie überhaupt im 19. Jahrhundert in ein mehrere Tagesmärsche entferntes Land? Als verbindendes Element zwischen den Ausstellungsstationen ist ein Themenwanderweg ausgeschildert, der zum Nachwandern einlädt und die ehemaligen, meist beschwerlichen Routen der Schwabenkinder über die Alpen nach Oberschwaben nachempfinden lässt. Ein dazu geplanter Wanderführer nimmt die Wanderer mit auf die Spuren der Kinder und versorgt sie mit nützlichen Informationen, Kartenmaterial und weiteren Hintergrundgeschichten zum Leben der Schwabenkinder.

Am Zielpunkt des Weges erfährt der Besucher im Bauernhaus-Museum Wolfegg in drei verschiedenen Gebäuden mittels neuester Ausstellungstechnik Ausführliches über die Hintergründe der Schwabengängerei, den beschwerlichen Weg der Kinder und deren Leben auf den oberschwäbischen Höfen. Manche der Kinder bekommen ein Gesicht, wie beispielsweise Isabella Lechleitner; sie kam 1872 als 13jährige vom Paznauntal nach Oberschwaben, heiratete und blieb Zeit ihres Lebens in Staig, oder Franz Kohler, ein ehemaliges Hütekind aus Dalaas, der „keinem Hund so eine bittere Jugendzeit wünschen“ wollte; Hans Antoni Jörger aus Vals hingegen trieb seinerzeit eher die Abenteuerlust nach Oberschwaben. Die Geschichten und ganz unterschiedlichen Schicksale einzelner Kinder sind ebenso hautnah erlebbar wie die Arbeit der Schwabenkinder im 19. Jahrhundert, die in museumspädagogischen Projekten in einem authentischen Hof in Wolfegg gezeigt wird. Oder wussten Sie bereits, wie Regina Lampert zu 90 Gänsen kam, August Begle eine böse Kuh gezähmt hat oder Menegild Alge sich beim Viehhüten die nackten Füße gewärmt hat?

                
Hütejunge in Schmalegg,                       Schwabenkinder in Arnach, 1907,
Sammlung Zittrell, StA Ravensburg         Foto privat

 

Literatur:

  • Regina Lampert, Die Schwabengängerin. Hrsg. von Bernhard Tschofen, Zürich 1996.
  • Loretta Seglias, Die Schwabengänger aus Graubünden. Saisonale Kinderemigration nach Oberschwaben, Chur 2004.
  • Sabine Mücke/Dorothee Breucker, Schwabenkinder. Vorarlberg, Tiroler und Graubündner Kinder als Arbeitskräfte in Oberschwaben, Ravensburg 1998.
  • Otto Uhlig, Die Schwabenkinder aus Tirol und Vorarlberg, Innsbruck 2003
  • Elmar Bereuter, Die Schwabenkinder. Die Geschichte des Kaspanaze, München 2004.
  • Othmar Franz Lang, Hungerweg, Berlin/München 1993.
           

[1] Als Schwabenkinder oder Hütekinder werden die Kinder armer Bergbauernfamilien aus den Alpen bezeichnet, die seit dem 17. Jahrhundert bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts alljährlich nach Oberschwaben zogen, um auf den so genannten „Hütekindermärkten“ als Saisonarbeiter an oberschwäbische Bauern vermittelt zu werden.

 

 

Das Projekt "Die Schwabenkinder" wird gefördert durch:

EUROPÄISCHE UNION
Gefördert aus dem Europäischen Fondsfür Regionale Entwicklung

                                         www.interreg.org  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Backhaus aus Bergatreute im Bauernhaus-Museum. Das OG diente während des 2. Weltkriegs als Sammellager für Kriegsgefangene.

Bildquelle: BHM Wolfegg

 


Gruppenbild aller französischen und belgischen Kriegsgefangenen, die in der Gemeinde Karsee untergebracht waren.

Bildquelle: Privatbesitz

 


"Knechtkammer" im OG des Haus Häusing im Bauernhaus-Museum. Dort war der Zwangsarbeiter Josef Stafiniak untergebracht.

Bildquelle: BHM Wolfegg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schwabenkind auf dem Heimweg,
Foto aus Otto Uhlig

 

 

 

 

 

 


Einschiffung der Schwabenkinder
in Bregenz, "Gartenlaube" 1895


Hütekindermarkt in Ravensburg
"Gartenlaube", 1895