Migration nach Vorarlberg und Oberschwaben vom 19. bis ins 21. Jahrhundert

Neues grenzüberschreitendes Forschungsprojekt im Bauernhaus-Museum,
gefördert durch das Förderprogramm Interreg V der Europäischen Union

Migration
Aufbrechen ins Ungewisse, die Familie und die Heimat verlassen und woanders Fuß fassen. Seit jeher gehört Migration zur Menschheitsgeschichte. Und doch hat Migration kein einheitliches Gesicht, weil sich Migration aus individuell verschiedenen, vielschichtigen Geschichten zusammensetzt. Es sind die persönlichen Geschichten von Menschen.

In früheren Jahrhunderten waren es Saisonarbeitskräfte wie die „Schwabenkinder", die aus den Alpengebieten nach Oberschwaben zogen, um hier zu arbeiten. In jüngerer Zeit kamen Menschen aus verschiedenen Regionen zum Kraftwerksbau im Montafon oder zum Tunnelbau am Arlberg. Sie trugen ebenso wie die Gastarbeiter aus Südeuropa und der Türkei, die zwischen 1955 und 1973 nach Vorarlberg und Oberschwaben sowie ins Allgäu kamen oder die Saison- und Zeitarbeiter von heute, zum Wirtschaftswachstum dieser Regionen bei.

Grenzüberschreitende Forschungsarbeit
Das Bauernhaus-Museum Allgäu-Oberschwaben arbeitet mit drei Museen und einem Verein aus Vorarlberg grenzüberschreitend zusammen, um solche persönlichen Lebensgeschichten zu erforschen, zu dokumentieren und zu vermitteln. Ziel ist es, die verschiedenen Aspekte von Migration in der Region sichtbar zu machen und damit nicht zuletzt die Lebensgeschichte von Zuwanderern der beiden letzten Jahrhunderten sowie der Gegenwart zu würdigen.



Die fünf beteiligten Institutionen sammeln deshalb Lebensgeschichten, Berichte, Archivzeugnisse, Objekte und Fotografien. Sie suchen Geschichten von Menschen. Von solchen, die aus einem anderen Land nach Oberschwaben oder Vorarlberg kamen und von solchen, deren Lebenswege sich mit denen der Zuwanderer gekreuzt haben.

Datenerhebung mittels Bürgerbeteiligung
Im Bauernhaus-Museum Allgäu-Oberschwaben liegt der Schwerpunkt beim Thema Gastarbeiter der 1950er bis 1970er Jahre. Dabei begibt sich das Bauernhaus-Museum auf neue Wege der Partizipation sowie der historischen Methodik. Die Bürger der Region sind eingeladen, ihre Geschichte zum Thema Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter im ländlichen Raum des heutigen Landkreises Ravensburg dem Museum zu erzählen. Die einzelnen Geschichten setzen sich zu einem Mosaik der Geschichten zusammen. Sie vermitteln wertvolle Erkenntnisse und helfen dabei, ein neues, genaueres Bild der Arbeitsmigration im ländlichen Raum zu zeichnen.

Ab Frühjahr 2019 ist unser „Erzählbus"im Landkreis Ravensburg unterwegs. Er sammelt Geschichten – wenn Sie wollen, auch Ihre Geschichte. Vielleicht sind Sie selbst oder Ihre Eltern oder Großeltern als Gastarbeiter gekommen? Oder hat sich Ihr Lebensweg mit denen der Zuwanderer von vor 50 Jahren gekreuzt?

Machen Sie mit! Erzählen Sie Ihre Geschichte!

Kontakt: Alwine Glanz
migration@bauernhaus-museum.de
+49 (0)7527 9550 12