Heimatkundevorträge

Gemeinsame Vortragsreihe des Fördervereins und der Gemeinde Wolfegg zum Saisonbeginn

Jeweils zu Beginn einer Museumssaison veranstaltet der Förderverein des Bauernhaus-Museums gemeinsam mit der Gemeinde Wolfegg eine Vortragsreihe. Unter dem Titel „Heimatkunde, wie sie nicht im Schulbuch steht" sind Referenten verschiedener Fachgebiete eingeladen. Die Vortragenden vermitteln den Besuchern genau „ihr" Thema, indem sie jeweils ihre ganz eigene Expertise erlangt haben.

 

Termine 2017:

Donnerstag, 30. März 2017
Ein ewig Rätsel ist das Leben und ein Geheimnis bleibt der Tod.
Bestattungen im Wandel der Zeit

Margarete Hecht
Der Tod ist ein Mysterium für uns Menschen, aber die Bestattung – das heißt wie ein Verstorbener zur letzten Ruhe gebettet werden kann – sollte es nicht sein. Außer einem Blick auf die geschichtliche Entwicklung werden in diesem Vortrag auch die modernen Formen und Möglichkeiten der Bestattung beleuchtet. Darüber hinaus kommen Bestattungsriten verschiedener Religionen sowie das Bestattungsgesetz von Baden-Württemberg zur Sprache. Margarete Hecht ist Bestatterin und leitet seit 2014 in der dritten Generation das Bestattungsinstitut Hecht in Wolfegg-Molpertshaus.

Donnerstag, 6. April 2017, 20 Uhr
Steine, Schaufel, Straßenkarre – der Wegknecht und seine Stecke

Verena Amann
In seiner jüngsten Sonderausstellung zeigt das Bauernhaus-Museum Themen um „Steine, Schaufel, Straßenkarre" und den „Wegknecht und seine Strecke". Verena Amann, eine der Ausstellungskuratorinnen, gibt Einblicke in Konzeption und Inhalt der Ausstellung: Wie sahen die Straßen aus in Zeiten, in denen das Automobil noch rar war? Wer baute sie und wie wurden sie instandgehalten? Im eigenen Ausstellungspavillon und anhand eines originalen Straßenwärterhäuschens präsentiert das Museum alte Geräte und betagte Maschinen aus der Arbeits – und Lebenswelt der Straßenwarte, die seit der Massenproduktion von Autos einen starken Wandel erfahren hat.

Donnerstag, 20. April 2017, 20 Uhr
Alttann – Aschenputtel der Geschichte – aus der Dorfchronik

Helmut Anderhof
In dem Vortrag wird ein kleiner Ausschnitt aus der bewegten Alttanner Geschichte aufgezeigt, von den Anfängen der Papierindustrie um 1689 in der Höll bis zum Weberhandwerk 1922. Thema wird die gravierende Trinkwassernot um 1822 sein und die daraus resultierende Wasserförderung mit einer beeindruckenden Widderpumpanlage. Auch die Kirchenglocken, besonders und geheimnisvoll mit ihrer schwarzen Glocke, werden im Vortrag anklingen. Es wird erklärt, wie die Adelslinie der Herren von Thanne entstanden ist und wie aus Thann schließlich Alttann wurde.

Donnerstag, 27. April 2017, 20 Uhr
„Fahr'n mit der Schneckenpost, die uns kein' Kreuzer kost'..."
Historische Postrouten in unserer Region

Dr. Maximilian Eiden
Auch Oberschwaben hatte sein „Zeitalter der Postkutsche". Der Alltag der Frühen Neuzeit wäre ohne den immer dichteren Nachrichten-, Postsachen- und zunehmend auch Personenverkehr auf den Postrouten nicht denkbar. Dabei wurde die Post bei uns gleich mehrfach erfunden: Seit dem Spätmittelalter gab es städtische Botendienste, seit Anfang des 16. Jahrhunderts die vorderösterreichische Post und erst zuletzt die 1543 gegründete Reichspost, welche die Fürsten Thurn und Taxis zu Lehen hatten. Noch unter der württembergischen Staatspost (1851 bis 1920) waren Kommunikation und Mobilität trotz des anbrechenden Eisenbahnzeitalters noch auf echte Pferdestärken angewiesen.
Dr. Maximilian Eiden, Leiter des Kulturbetriebs des Landkreises Ravensburg, lädt zu einem unterhaltsamen Streifzug durch die Postgeschichte, in der auch ein gewaltsam ausgetragener „Postkrieg" und die „fünf Ohrfeigen des Wolfegger Postillons" zur Sprache kommen.

 

Gut zu wissen:
  • Die Vorträge finden jeweils um 20 Uhr in der „Zehntscheuer Gessenried“ in Wolfegg statt.
  • Der Eintritt beträgt jeweils 4 €, für Schüler und Studenten 2 €.
  • Teilnahme ohne Voranmeldung